Vegan in Kuba

Wie ist das eigentlich mit der pflanzlichen Ernährung auf so einer karibischen Insel? 

Hat man als Veganer überhaupt eine Chance sich im Urlaub am Strand gesund zu ernähren?

 

Falls ihr vorhabt mal einen Abstecher auf die berühmte Insel zu wagen, lasst mich euch ein paar Tipps in Sachen Ernährung geben und auf was ihr unbedingt achten müsst.

 

Viel Spaß beim lesen!

Ach ja Kuba....

Weiße Strände, türkises Meer, Autos der Fünfziger, die Revolution und ihre Ikone Che Guevara oder einfach und kurz: Rum Zigarren und Cocktails.

Man könnte so vieles über die Vielfältigkeit der größten Antilleninsel der Karibik sagen aber auch wenn es immer mein Traum war nach Kuba zu reisen und meine Eindrücke zu dokumentieren, denke ich doch, dass es mittlerweile schon genug Reiseberichte oder ähnliches gibt.

Schlussendlich sind wir hier ja nicht bei Marco Polo!

 

Aber mal Klartext.... was macht man eigentlich als Veganer wenn man sich entschließt, diese wunderbare Insel zu besuchen? 

Ist es nicht schwer sich dort rein pflanzlich zu ernähren? 

 

Die einfach Antwort? 

Sich Vegan zu ernähren ist nicht schwer. 

Ausgewogen zu essen könnte allerdings doch etwas komplizierter werden.

Aber eins nach dem anderen!

 

Zuerst solltet ihr wissen, dass ich kein Hotel Mensch bin und keine zwei Wochen am Pool liege und mich in der Sonne braten lasse.

Wenn ich Urlaub mache, will ich etwas erleben und das Land, seine Kultur und die Einwohner kennenlernen.

So auch in Kuba.

Daher haben wir uns einen Mietwagen gebucht und sind von La Habana aus gestartet und einmal um die ganze Insel gefahren.

Unmöglich natürlich in so kurzer Zeit alles zu sehen aber dennoch denke ich, das ich genug Eindrücke gesammelt habe, um diese hier zu vermitteln.

Also dann mal los, ich zeig euch, was ihr essen könnt und was nicht!

 

Die Wohnsituation

 

Als erstes kommt es darauf an, ob ihr den selben Weg einschlagt wie ich oder doch lieber eine Weile im Hotel bleibt.

Solltet ihr zweites wählen, dann habt ihr keine Probleme, da die Hotelanlagen auf Kuba meist ein reichhaltiges Buffet allen möglichen Veganen Optionen bieten.

Hier müsst ihr euch keine Sorgen machen.

Eine zweite Möglichkeit sind Ferienwohnungen, von denen man eigentlich in jeder Ecke eine findet.

Einige dieser Wohnungen haben eingebaute Küchen, also bietet sich einfacherweise hier die Möglichkeit selber zu kochen an.

Sollte das nicht der Fall sein, bleibt einem natürlich nichts anderes übrig als ins Restaurant zu gehen und ab da wird es mit der veganen Ernährung schon schwieriger. Auf beides werde ich im nachfolgenden noch eingehen.

 

Veganismus in Kuba

 

Zuerst aber mal, warum ist es so schwer sich auf der Insel ausgewogen Vegan zu ernähren?

 

Ich denke man muss nicht lange über die Tatsache nachdenken, das Veganer oder Vegetarier auf Kuba eher belächelt als verstanden werden.

Einerseits aus der Tatsache, dass Kuba nunmal unter einer Sozialistischen Regierung lebt und durch Embargos wenig Kontakt mit dem Rest der Welt hatte, wodurch ein Großteil der Bevölkerung einfach nicht viel besitzt und eine Bewegung wie der Veganismus einfach noch nicht angekommen ist bzw. die Gründe dahinter nicht verstanden werden.

Vegetarische Gerichte gelten in Kuba nämlich als "unvollständig" ohne eine tierische Mahlzeit und sind für die Menschen dort ein Relikt aus Kriegszeiten, in denen es nicht mehr gab.

Daher sind diese nicht wirklich hoch angesehen (obwohl teils extrem lecker) und ihr werdet in vielen Restaurants eine ähnliche Karte vorfinden.

 

Natürlich könnt ihr euch einfach pflanzlich ernähren in dem ihr nur Salat und Obstteller esst aber wer will das schon 2-3 Wochen lang?

Im Folgenden zeige ich euch was ihr essen könnt und auf was ihr am besten achten solltet.

 

Die wichtigsten Basics

 

Die Kubaner benutzen gerne tierische Bestandteile in pflanzlichen Produkten, wie Reis, Soßen und gekochtem Gemüse.

Ein Beispiel hierfür ist die auf der Insel sehr populäre Beilage „Moros y Christianos“ ein einfacher Reis mit Bohnen, dem allerdings oft Schweineschmalz zugegeben wird.

Auch bei Eis sollte man vorsichtig sein, denn meistens ist auch das Fruchteis kein Sorbet sondern normales Milchspeißeeis.

Tatsächlich ist meiner Meinung nach hier die einfachste Möglichkeit zu fragen ob das Gericht „con huevo, leche o cerdo“ (Ei, Milch oder Schwein) ist.

Man bekommt eigentlich immer eine freundliche Antwort und oft kann man auch fragen ob es auch ohne die aufgezählten tierischen Bestandteile möglich wäre die Mahlzeit zuzubereiten.

Nur zur Info: Einige spanische Grundkenntnisse sind hier unerlässlich.

Viele Einwohner können Englisch sprechen, jedoch nicht alle und es könnte sich als schwierig gestalten jemandem klar zu machen, wie man sein essen am liebsten zubereitet hätte, wenn man sich nicht verständigen kann.

 

Auf was ihr verzichten solltet

 

Wie oben schon erwähnt ist es ratsam sich von Reis, sowie Eis komplett fernzuhalten aber auch die auf der Insel angebotenen Brötchen würde ich lieber links liegen lassen, da ich nirgends eine Liste mit Inhaltsstoffen gesehen habe und dem Geruch nach zu urteilen diese mit Fett bestrichen werden.

 

Was ihr sicher essen könnt

 

Was natürlich immer problemlos essbar ist, sind Frucht und Gemüsesalate, dort meist als "Ensalada de fruita" und "Ensalada de vegetale" beschrieben.

Ersterer besteht meist aus Mango, Banane und Guave. 

Der Gemüsesalat fast ausschließlich aus Avocado, Gurke und Tomate.

Darüber hinaus sind Nudeln immer eine gute Wahl, da Kuba lediglich mit "Barilla Nudeln" beliefert wird, welche alle vegan sind.

 

Restaurants

 

Kuba hat eine große Auswahl an Restaurants allerdings eine weniger große Auswahl an Speisen.

Wer als Veganer in ein klassisches einheimisches Restaurant geht hat eigentlich schon verloren, da der Großteil der Karte aus Fisch, Schwein und Hühnchen besteht also bleibt nur der Salat.

Ratsam ist es, sich entweder vorher zu erkundigen oder wenn man spontan essen geht sich die Karte vorher zeigen zu lassen.

Vor fast jedem Restaurant steht meist ein Angestellter und zeigt Touristen die Speisekarte.

Oft findet man europäische Speisen, wie zum Beispiel Nudeln mit Tomatensoße.

Denkt nur daran zu sagen „sin queso por favor“ (ohne Käse bitte).

Oft gibt es gegrilltes Gemüse aber auch hier gilt: Fragen kostet nichts!

Ansonsten ist es auch Möglich sich von Vorspeisen zu ernähren, da diese Teilweise groß genug sind um ein ganzes Menü zu füllen.

Hier haben wir Bananenchips oder Süßkartoffeln, sowie einfache gekochte Bohnen.

Alles extrem günstig und super lecker!

 

Einkaufen 

 

Wer das Glück hat mal einen richtigen Supermarkt zu finden, wird zu allererst enttäuscht sein, den die Auswahl ist... sagen wir mal begrenzt.

Regale voll mit Öl, Reis und Alkohol sind ein häufiges Bild, dass ihr zu sehen bekommt, denn viel mehr gibt es auf Kuba einfach nicht.

Am empfehlenswertesten ist es hier einfach Nudeln zu kaufen, ein paar Haferkekse für zwischendurch und natürlich etwas Reis.

In einigen Supermärkten, vor allem in Touristen Gegenden, gibt es eingeführte Produkte.

Fährt man ein wenig weiter aus den Städten, findet man viele Stände an der Straße, an denen Gemüse, wie Gurken, Avocados und Zwiebeln verkauft werden.

Auch Früchte wie Mangos, Ananas Papaya Bananen sind reichlich vorhanden und schmecken darüber hinaus fantastisch (Die besten Mangos, die ich je gegessen habe!)

Auch hier kann man für 5 cuc (Touristenwährung) fast den ganzen Stand kaufen (25 cuc sind hier ein durchschnittliches Monatsgehalt). Die Herzlichkeit mit der die Einheimischen einem entgegenkommen verblüffte mich immer wieder.

Generell kann man für kleine Snacks immer wieder auf Straßenhändler zurückgreifen, da diese fast überall sind und eigentlich immer das Gleiche anbieten.

 

Ferienwohnung 

 

Falls ihr wie wir Von Ferienwohnung zu Ferienwohnung reist, werdet ihr oft gefragt werden, ob die Vermieter euch Abendbrot kochen sollen.

Auch hier kann man die Situation kurz erklären und man bekommt zum Beispiel eine extrem leckeres Gemüse Curry mit Basmati Reis.

Auch Frühstück ist immer dabei. 

Hier solltet ihr allerdings vorher ebenfalls bescheid sagen, dass ihr nichts tierisches esst, denn oft gibt es süße Kuchen aus Eiern und Milch und diese dann unangerührt stehen zu lassen ist in Kuba sehr unhöflich.

Zu jedem Frühstück gibt es frische Früchte und extrem leckeren Fruchtsaft!

 

Schlusswort

 

Um ganz ehrlich zu sein, war es kein Zuckerschlecken sich in Kuba vegan zu ernähren. Man kann nunmal nicht nur von Kokosnüssen leben.

Einen guten Tipp den ich leider erst nach dem Urlaub bekommen habe, ist selbst so viel wie möglich mitzubringen, auch wenn es nur Müsliriegel sind.

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick geben, sowie ein paar Tipps, wie ihr den Urlaub ohne Tierleid gut übersteht.

Falls ihr euch doch mal auf den Weg auf die wunderschöne Insel machen solltet und das hier zufällig lest oder noch fragen habt, schreibt mir auf Instagram, Twitter oder einfach im  Kontaktformular.

Ich würde mich sehr freuen!

 

Viel Spaß beim lesen!

 

Euer Nick